Die Tage werden bereits kürzer genau wie die Abstände zwischen Sonne und Regen. Zeit, sich über ein passendes Winterauto Gedanken zu machen. Das darf dann ja auch ruhig etwas bieder durch Eis und Schnee transportieren. Vorausgesetzt, man ist nicht so ein verflixter Auto-Nerd.

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Pimp my Impreza, wir können es einfach nicht lassen. Selbst das Winterauto braucht die gewisse Portion Sexappeal.
Im Mai wurde der Ford Mondeo Alltags-Diesel endlich gegen ein Fahrzeug mit mehr Leidenschaft eingetauscht, und ein VW Käfer wurde vom Bodensee nach Hamburg importiert (Wir berichteten: „Altautoimport: Mit dem Käfer durch Deutschland„). Seitdem war das Wetter fast druchgängig höchst oldtimer-freundlich, so dass man auf technische Errungenschaften der Fahrsicherheit wie ABS, Bremskraftverstärker, Servolenkung und Airbags gut verzichen konnte.

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Symphatieträger: Der VW Käfer auf dem Rundkurs des Hamburger Stadtpark-Revivals. (Hier unsere Berichte zum Hamburger Stadtpark-Revival)

Jedoch erfuhr die neue Leidenschaft an der historischen Mobilität nach den ersten Fahrten im Regen einen ziemlich Einbruch. Bremspedal und Gaspedal waren nur zaghaft zu bedienen, und die Spurtreue bei höheren Geschwindigkeiten ließ auch sehr zu wünschen übrig. Als dann eine Kurvenfahrt in Winterhude fast im Heck einer 5er BMW Limousine endete, stand fest, ein Winterauto muss her.

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Er läuft und läuft und läuft… wenn der Fahrzeugführer an’s Tanken denkt! Größere Ausfälle waren in dieser Saison nicht zu verzeichnen.

Nachdem der Experte für Gebrauchtwagen mit Stil Felix aka Mr. „Kiez Kustom“ bei der Suchassistenz nach einem geeigneten Ride wegen extremer Geschmackswandlungen beinahe die Nerven verloren hat, wurde die Suche kurzerhand auf eigene Faust fortgesetzt. Eine entsprechende Suchanfrage im brandneuen Fahrzeugmarkt auf www.motoso.de sah dann so aus: Leistung bitte nicht unter 80kW, ABS und Allrad müssen mit an Board sein und der Kaufpreis sollte im heiß umkämpften Segmen zwischen 2.000 und 3.000 Euro liegen.

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Und da stand er dann, ein 1996er Subaru Impreza 2.0, vier Zylinder Boxermotor und permanenter Allradantrieb. Zaghaftes Tuning in Form von Sportauspuff und 17″ Alufelgen, ABS und Airbags sind auch mit an Board. Motor scheckheftgepflegt von Subaru, TÜV und AU neu, G-Kat und Euro Norm 2…klingt also nach einer soliden Wahl für die kalte Jahreszeit, ab nach Dresden!

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Die Anreise erfolgte wieder mal mit der Deutschen Bahn, dank Sitzplatzreservierung und Dauer-Spezial Ticket sogar recht preiswert und komfortabel. Vor Ort in Dresden wurde das Schmuckstück in Augenschein genommen. Im Innenraum hatte sich jemand ordentlich mit Cockpitspray und Dekolack ausgetobt. Normalerweise sollten hier beim geneigten Gebrauchtwagenkäufer sofort die Alarmglocken schrillen. Außen hui, innen pfui? Das traf zum Glück auf den Impreza nicht zu. Antrieb und Motor waren trocken, Reifen und Bremsen neuwertig und der letzte Stempel im Serviceheft noch feucht.

Probefahrt! Er springt an, bremst, schaltet. Keine Geräusche beim berühmten, plötzlichen Lastenwechsel. Der 116 PS Boxer brömmelt unbeeindruckt auch bei hektischen Bewegungen im Fußraum. Gekauft! Ordnungsgemäßen Kaufvertrag ausgefüllt, alle Papiere dabei, rote Überführungskennzeichen dran und sogar noch ein paar originale Ersatzteile im Kofferraum verstaut. Ab auf die Bahn zurück nach Hamburg.

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Kurzer Tankstopp vor der Heimreise, der Verbrauch des Subaru ist trotz permanenten Allradantriebes mit humanen 8 Liter 95 Oktan Sprits angegeben.

Die Fahrleistungen des allradbetriebenen Impreza überzeugen schon auf den ersten Kilometern im Dresdener Umland. Die erste Autobahnauffahrt wird bewusst gemieden, um den 166 PS Boxer auf Betriebstemperatur zu bringen. „Fährt wie auf Schienen“ trifft es in diesem Fall perfekt. Der Impreza zirkelt sauber um die Kurven, will aber bei Drehzahl gehalten werden. Bei 6000 Umdrehungen pro Minute und beeindruckender Geräuschkulisse zeigt sich der Japaner allzeit leistungsbereit, auch ohne Turbolader wie in der Impreza GT Version.

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Merke: Wer beim Gebrauchtwagekauf hart handelt, hat noch ein paar Mücken für ein Buletten-Brötchen übrig!

Die Heimreise lief reibungslos, die Zulassung beim Straßenverkehrsamt ebenso. Seitdem wartet der Impreza auf seinen Wintereinsatz, um die Vorzüge des Allradantriebes voll ausspielen zu können. Eigentlich könnte man das Auto ohne Probleme so fahren, wäre da nicht das böse Tuning-Gen. Der Subaru Impreza 2.0 ist nur äußerlich die Hausfrauenversion der Ralleylegende Impreza GT. Da die Fahrzeuge aber dieselbe Basis haben, müsste da doch was gehen…

Gesagt, getan. Leider sind die Karosserieteile und omnipotenten Spoiler für den Subaru Impreza in Deutschland schlecht zu bekommen. Über den Suchauftrag auf motoso.de wurde also kurzerhand ein Hilferuf an die angeschlossenen Teilehändler versendet. Die passende Antwort kam aus Belgien. Gestern wurde der Impreza beim Tuner unseres Vertrauens Bullworx geparkt, die entsprechenden Teile sind auf dem Weg.

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Zusammen mit Bullworx wird aus dem zahmen Winter-Reisbrenner ein feiner Import-Streetracer. Bilder von den Tuningmaßnahmen folgen hier im Blog. Stay tuned!